Die Bedeutung von Johann Peter Hebel (2)

Aus Hebels Text: Das Glück des Weisen

Weise ist der Mann, der aus den Händen des Glücks nicht meh verlangt als er Bedarf.

Und der seine Ruhe nicht in der Befriedigung, sondern in der Mäßigung seiner Begierden sieht.

Keine Mamorsäulen tragen sein Haus, aber es schützt ihn gegen die Stürme des Himmels.

Er wird nicht unter den Reichen, nicht unter den Angesehenen gepriesen, ihm genügt der Name eines guten Menschen.
Um sich sein mäßiges Glück zu gönnen, gönnt er jedem Anderen sein großes.

Das wahre und sichere Glück des Lebens liegt nicht außer uns, sondern in uns.
Nicht in den Goldkissen, nicht in dem Adelsbriefe, nicht in dem schäumenden Pokal, sondern im ruhigen zur Freude rein gestimmten Herzen.

Wer seine Ruhe im Reichtum oder im Stande sucht, findet sie nie. Er hat eine Million gehäuft, und findet sie nicht. Er häuft die zweite und findet sie noch nicht.

Der Weise: Ohne Reue schaut er in die Vergangenheit, ohne Furcht in die Zukunft. Untreu ist jeder andere Besitz, unentreißbar nur der, den wir im Herzen tragen.

Verfasst 1813, erstmals gedruckt 1834. Komplett zu finden in: Gesammelte Werke in sechs Bänden, Wallstein Verlag 2019, Band IV, Seite 312f

Am Schluss der Kalendergeschichte „Drei Wünsche“ heißt es:

Alle Gelegenheit, glücklich zu werden, hilft nichts, wer den Verstand nicht hat, sie zu benutzen.

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